Feb 272012
 

Von Harriet Walker

Emma Watson Selfridges 04 300x199 Ein Hauch von Magie   Teil 1Emma Watson ist auf der Leinwand groß geworden, aber als Erwachsene drückt sie der Modewelt ihren Stempel auf. Harriet Walker traf das neue Gesicht von Lancôme.

Emma Watson sieht überraschend erwachsen aus, denke ich mir, als ich sie im Savoy Hotel treffe.

Wie sie auf dem cremefarbenen Sofa sitzt, mit ihren kurzen Haaren, den roten Lippen und in einem passenden schwarzen Cocktail-Kleid, ist sie mit jedem Zentimeter eine anspruchsvolle Prominente. Arme Emma Watson, widerspreche ich mir dann sofort, sie muss ständig Leute wie mich davon überzeugen, dass sie keine 11 Jahre mehr alt ist.

Ihre neue Rolle als das Gesicht für die “Rouge in Love” Lippenstift-Linie von Lancôme wird eine Möglichkeit zum Ändern dieser Auffassung sein – fotografiert von Mario Testino, spiegelt die Kampagne ihre jugendliche Vitalität wider und verleiht ihr einen neuen und stilvollen, jungenhaften Ausdruck. Es ist eher das weltmännische und das unabhängig von dem guten Ruf, welchen ihr das Harry Potter Franchise – fair oder nicht – untergeschoben hat.

“Als ich älter wurde und seit ich mit meine Haare abgeschnitten habe, habe ich mich ein wenig befreiter gefühlt, wolle die unterschiedlichsten Dinge ausprobieren.” Sie lacht, als ich behaupte, dass sie sich jetzt erfolgreich der Fesseln entledigt hat, 1o Jahre lang eine schlacksige Teenager-Hexe spielen zu müssen. “Ich denke, da ist dieser Glauben, dass Lippenstift etwas ziemlich betagtes ist oder etwas, das man nur nachts tragen kann. Das Gute an diesem hier ist, dass er wirklich lichtdurchlässig ist, ähnlich wie ein getöntes Lippenbalsam,  dass man auf eine eher lässige Art tragen kann.”

Wenn sie jetzt wie ein Profi klingt, dann kommt das sicher daher, dass sie den größten Teil ihres 21-jährigen Lebens auf sich selbst gestellt war.  Mit 9 Jahren ausgewählt aus tausenden Bewerbern für die Rolle der Hermine Granger und nach acht Mal Vorsprechen beim Produzenten David Heyman, ist Watson nun – acht Filme später – geschätzte 43 Millionen Pfund schwer. Sie hat im April einen Vertrag mit Lancôme für Trésor Midnight Rose unterschrieben und promotet nun auch den Start der neuen Lippenstift- und Nagellack-Kollektionen der Marke.

“Make-up ist etwas, das ich wirklich immer richtig geliebt habe” fährt sie fort. “Die Frisöre und Maskenbildner am Harry Potter Set waren die Leute, die mich morgens als erstes gesehen haben und abends als letzte. Dieser Bereich war etwas, wo ich mich zu Hause gefühlt habe. Wenn wir Freizeit am Set hatten, probierte ich ihr Make-up aus und bat sie, mir zu zeigen, wie man es benutzt.” Die Visagistin der Filme, Amanda Knight, erinnert sich, dass Watson auch Komparsen für Massenszenen geschminkt hat. Heute überlässt sie das den Profis. “Ich hatte mich 3 oder 4 Monaten nicht geschminkt,” sagt sie, als hätte sie mein “Niemals!” erwartet. Ich hebe meine Augenbrauen und sie lacht. “Ich weiß! Es ist wirklich ungewöhnlich für mich. Aber ich musste es jeden Tag machen. Und die Abstinenz war einfach großartig.”

Und obwohl sie ständig Privilegien und Vergnügungen genießt, scheint sich das nicht negativ auf sie auszuwirken. Auch lässt sie sich von der Vielzahl der Möglichkeiten, die sich ihr bieten, nicht ablenken. In einem von der amerikanischen Elite-Uni Brown ausgelagerten Jahr studiert sie Englisch in Oxford.

 ”Es hat mir einfach Zeit gegeben” sagt sie. “Die Leute nutzen ihre Zeit an der Universität oder Schule, die ich nicht habe, darüber nachzudenken, was sie wollen, welchen Weg sie gehen und einmal werden wollen. Und es ist angenehm, nicht herumgeschubst oder zu bestimmten Dingen gezwungen zu werden.”

In der Tat hat Watson ihre eigenen Karriere sorgsam mit Möglichkeiten gespickt, die sehr eng mit ihren eigenen Interessen verbunden sind. So gab sie ihren Namen für das Ökomode-Label People Tree oder erstellte gemeinsam mit der Designerin Alberta Ferretti die “Pure Threads” Linie. Ihr nächster Film “The Perks of Being a Wallflower” wird im Laufe des Jahres in die Kinos kommen. Sie malt und sie liest Bücher. Und sie erzählt mir schuldbewusst, dass sie einen Aufsatz für die Uni, den sie am nächsten Tag abgeben muss, noch nicht fertig hat.

“Während Harry Potter war ich wie in einer Blase” erzählt sie. “Die Herausforderung danach war herauszufinden wie die richtige Welt funktioniert. Aber alles war irgendwie ein kleiner Erfolg für mich: Ich weiß, wie man eine Waschmaschine benutzt und ich kann kochen. Dadurch bin ich nicht von allem losgelöst und fühle mich mit den Leuten verbunden, die andere Dinge als Schauspielerei machen oder in der Unterhaltungsbranche tätig sind.”

In wenigen Stunden wird sie die Lancôme Pre-Bafta Party ausrichten und in einem blutroten Valentino Spitzenkleid vor den Kameras dieser Welt posieren. Aber im Moment sitzt sie barfuß im Schneidersitz da und fummelt an ihrem Blackberry herum. Sie schaut sich die Basilikum-Pflanze an, die aus meiner Einkaufstasche ragt und überlegt, was es bei mir heute wohl zum Abendessen gibt. Sie ist furchtbar normal – wenn auch elfenartig schön – und in ihrer Darstellung eine gut erzogene junge Frau.

[Ende Teil 1]

 

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  2 Antworten zu “Ein Hauch von Magie – Teil 1”

  1. [...] Ein Hauch von Magie – Teil 1 Tweet{lang: 'de'}Vielleicht interessiert Dich ja auch das… [...]

  2. [...] es auf die Reihe gekriegt. Und das ist wohl einer dieser kleinen Erfolge, die sie meinte, als sie Harriet Walker im Savoy Hotel in London offenbarte, dass sie kochen kann und eine Waschmaschine auch kein [...]

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